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Training Aktuell

Siegfried Haider nimmt für Training Aktuell Stellung zur Speaker-Ausbildungen in Deutschland (Artikel Ausgabe 01/22). Die ausführliche Stellungnahme auf die Fragen zum Magazin (unveröffentlicht) lesen Sie hier:

1. Haben Sie einen Überblick, wie viele Speakerausbildungen es mittlerweile am Markt gibt?

Die „laut“ vermarkteten Speaker-Ausbildungen sind mir bestens bekannt. Aber es gibt nicht wenige Anbieter, die im kleinen unregelmäßig solche Speaker-Ausbildungen anbieten. Manche Speaker denken offenbar, dass der Markt einen Speaker, der andere Speaker ausbildet, eher als erfolgreichen top Speaker erachtet. Speaker-Ausbildungen als Status-Symbol. Das Ego spielt sicher mit, denn die lauteren Möglichkeiten, mit dem Anbieten von Speaker-Ausbildung reich zu werden, sind begrenzt.

2. Für wen macht es aus Ihrer Sicht Sinn, eine Speakerausbildung zu absolvieren?

Für alle, die vorher schon bewiesen haben und/oder die Bereitschaft mitbringen, ein Unternehmen mit ganz viel Fleiß, Professionalität, Innovation, Investition und weiteren Entreprenuer-Eigenschaften erfolgreich aufzubauen,zu führen und konsequent wachsen lassen zu können. Und die eine Inszenierungs- und Darstellungsneigung haben, die nicht nur auf der Bühne begeistert, sondern vorher in der Positionierung. Speaker sind nicht selten introvertiert, benötigen aber gerade dann das Anerkennungs-Gen, das sie nach Bekanntheit, Ruhm und Erfolg nahezu süchtig macht – mindestens aber lieben lässt. Einer der Gründe, warum es leider mehr erfolgreiche Männer als Frauen im Speaker-Business gibt.

3. Woran erkennt man eine gute Ausbildung?

Ich kenne keine gute Speaker-Ausbildung, wenn man „gut“ mit der Anzahl richtig erfolgreicher Speaker definiert, die die Ausbildung nachweislich hervorgebracht hat. Da gibt es in jeder der bekannteren Ausbildungen ein paar ganz wenige, die es geschafft haben. Aber 95+ % sind nicht erfolgreich. Denn die Absolventen konzentrieren sich während und nach der Ausbildung auf das, was sie am liebsten tun: Möglichst gut Reden. Schwer genug. Und in dem Begeisterungs-Ausmass, das nötig ist, für die meisten nur mit größtem Aufwand oder nie erreichbar. Top auf der Bühne zu sein ist aber „nur“ eine Grundvoraussetzung, die Eintrittskarte, um bei den erfolgreichen Speakern mitspielen zu dürfen.

Speaking sieht aus der Zuschauerperspektive für Naive oft zu leicht aus und manche denken tatsächlich, dass eine gute Powerpoint gut erzählt reicht, tausende Euro Honorar zu erhalten. Speaker-Ausbildungen verraten zudem den Interessenten vor der Anmeldung nicht oder nur unvollständig, welchen Preis, welches Opfer eine erfolgreiche Speaker-Karriere kostet (manch wenige Talente ausgenommen, die auch keine Ausbildung suchen). Teilnehmer spüren das aber schnell während oder spätestens nach der Ausbildung im realen Speaker-Leben. Der Markt ist hier immer gandenloser, weil er durch zu viele Underperformer getäuscht und enttäuscht worden ist. Zum Erfolg führen 100+ % Einsatz, auch finanziell. Wenn eine Speaker-Ausbildung einen Grobschliff der eigenen Speaker-Marke und Präsentationsgrundkompetenzen schafft, ist das vermutlich das maximal Erwartbare – leider meist zu völlig überhöhten Preisen. Wirklich tolle Speaker entstehen im konstanten Tun über längere Zeiträume inklusive „falling-on-your-nose“, häufig langfristig 1:1 begleitet von absoluten Profis.

4. Kann man in einer Ausbildung wirklich lernen, Top-Speaker zu werden, wie manche Ausbildungen versprechen – also jemand, der ein großes Publikum anzieht und hohe Honorare erzielt?

Nein. „Top Speaker“ ist kein Titel und wird schon gar nicht selbst verliehen. Es ist Ausdruck von langfristigem erfolgreichem Unternehmertum und entsteht von aussen durch die dauerhafte Anerkennung des Marktes. Für Profis ist Speaker ist immer noch der schönste Beruf neben Pabst – allerdings wesentlich operativer und schweißtreibender.

5. Jüngst sind viele neue Ausbildungen auf den Markt gekommen. Sehen Sie die Gefahr, dass der Markt übersättigt, wenn so viele neue Speaker auf den Markt kommen?

Wer Speaker-Ausbildungen vermarktet, behauptet gern, dass Speaker werden einfach ist, dass der Speaker-Markt dringend nach tausenden Speakern sucht und das Potential, der Markt zukünftig schier unendlich ist. Es werden schnell fünfstellige Honorare prophezeit, damit die Ausbildungsinteressenten locker und schnell fünfstellige Teilnahmegebühren hinblättern. Richtig ist: Der Markt wird nach der Pandemie erst mal kleiner werden, langfristig aber steigen. Und dafür braucht es dringend neue Speaker, vor allem Speakerinnen: Nicht tausende, aber hunderte richtig gute durchaus. Eben solche, die diesen Beruf wirklich können, ernst nehmen und bereit sind, den hohen Einsatz für den Erfolg zu bringen und zu bezahlen. Dazu braucht es in erster Linie keine Speaker-Ausbildung, sondern ein individuelles Konzept, denn Speaker sind höchst individuell und müssen es auch sein, um professionell positioniert werden zu können. Dabei bauen wir bei experts4events diesen Speaker-Businessplan nicht nach denen, die Speaker und damit Anbieter sind, sondern ausschließlich nach denen und für die, die Speaker buchen.

experts4events setzt auf 1:1-Coaching für Speaker-Erfolg – mit Umsetzungsbegleitung. Infos hier:

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